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22.10 2004 Freitag, 14:03
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Nun ist es also fix. Die KPÖ-Führung (bzw. das, was von ihr übrig ist) hat heimlich, still und leise das Objekt in der Wielandgasse 2-4 verscherbelt. Es dürfte nicht leicht gewesen sein, das EKH los zu werden. Die MieterInnen sind ja nicht unbedingt das, was sich Hausherren wünschen. Zudem muss jeder Käufer versuchen, die Bude leer zu kriegen: Mit der symbolischen Miete von einem Schilling lässt sich ja schwerlich die ortsübliche Grundrente realisieren. Der neue Besitzer hat sich also einen Haufen Probleme eingekauft.
Gerüchte über den Verkauf kursierten seit Wochen. So sickerte schon vor einiger Zeit durch, dass im Rathaus ein fertig unterschriebener Räumungsbescheid in der Schublade liegt. Begründung: Baupolizeiliche Notmaßnahmen. Einzig ihr „soziales Gewissen“ habe die Gemeindebonzen davon abgehalten, unmittelbar vor dem Winter für einen Haufen neuer Obdachloser zu sorgen, weiß die gleiche – schon bei früheren Häuserkämpfen recht zuverlässige - Quelle.
Nun geht es natürlich rund in der Linken, denn die „Baier-Partie“ hat damit wieder mal mächtig Wasser auf die Mühlen ihrer innerparteilichen GegnerInnen geleitet. Noch ein bisschen zünftiger wird die Post freilich abgehen, wenn auffliegt, mit wem die Konkursverwalter des Austrostalinismus da gedealt haben.
Schauen wir uns dieses obskure Geschäft und die damit einhergehende Rechtskonstruktion doch etwas genauer an. Als neue Hausverwaltung tritt die Firma „Gustav Petri & Co“ in Erscheinung. Der werden in Maklerkreisen einschlägige Erfahrungen im „Bestandfreimachen“ von Spekulationsobjekten (und ein solches ist das EKH zweifellos) nachgesagt. So weit, so schlecht.
Noch windiger und grindiger wird die Sache, wenn wir uns den neuen Besitzer, die eigens zu diesem Zweck gegründete „Wielandgasse 2-4 Vermietungsges.m.b.H“, anschauen. Als deren Geschäftsführer tritt ein gewisser Christian Machowetz auf. Dieser betreibt im 15. Bezirk das „Security Management Christian Machowetz“, welches sich laut Gewerberegister mit „Kfz-Verleih, Organisation u. Vermittlung von öffentlichen Veranstaltungen, Sicherheitsgewerbe (Berufsdetektive, Bewachungsgewerbe)“ beschäftigt. In der florierenden Security-Branche gelten die Machowetz-Leute als besonders toughe Jungs, die auch dort hinlangen und einschreiten, wo andere Sicherheitsfirmen sich lieber nicht die Pfoten dreckig machen. Zum Beispiel als Gorillas für diverse FPÖ-Größen wie Stadler, Haider, Kabas und so.
Das ist keineswegs verwunderlich, wenn man sich das Vorleben des Herrn Machowetz anschaut. Der fiel nämlich spätestens 1977 erstmalig in rechtsextremem Zusammenhang auf: er unterschrieb damals bei den ÖH-Wahlen eine Unterstützungserklärung für die neonazistische (und später verbotene) „Aktion Neue Rechte“ (ANR) des Bruno Haas. Nur damit das klar ist: 1977, das war die Zeit, in der es auf der Wiener Uni praktisch täglich zu gröberen Scharmützeln mit den äußerst aggressiv auftretenden ANR-Schlägertrupps kam. Die Nazis verkauften ihre Aktionen übrigens damals als den Versuch, gegen den „roten Terror an den Unis“ anzutreten und für „Sicherheit und Ordnung“ zu sorgen. War quasi auch als „Security Service“ gedacht.
Auch wenn davon auszugehen ist, dass ANR-Machowetz nur als Strohmann für den eigentlichen Käufer auftritt, so müssten dennoch bei KPÖ-Boss Walter Baier und seinem Finanzreferenten Michael Graber sämtliche Alarmglocken geschrillt haben. Beide waren nämlich damals Spitzenfunktionäre des KSV. Und der KSV war es, der mittels Klage beim Verfassungsgerichtshof die ANR-Kandidatur bei den ÖH-Wahlen anfocht. Und der Klage lagen die Unterstützungserklärungen bei. Mit drauf: Baier-Geschäftspartner Christian Machowetz.
Fürs EKH lässt diese Konstellation, die an Zynismus kaum mehr zu überbieten ist, jedenfalls nix Gutes erwarten.
Franz Koritschoner
Den zweiten Teil zum Thema "An wen wurde das EKH tatsächlich verkauft?" lesen Sie hier: Mein Gott, Walter - Baier-Presseerklärungen: Geständnis und/oder Offenbarungseid |
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