Mitschnitt eines Telephongesprächs, Transkription dankenswerterweise von einem nicht näher genannten Geheimdienst zur Verfügung gestellt.

Wrabetz: Hallo, St. Pölten? Hier Küniglberg.

Pröll: Was willst du rotes Gfries?

Wrabetz: Herr Landeshauptmann, ich darf doch bitten. Der Bürger und die Bürgerin erwarten mehr Kooperation in der Koalition.

Pröll: Du bist gar nicht in der Koalition. Und außerdem erwarten Bürgerin und Bürger auch ein besseres Fernsehprogramm bei niedrigeren Gebühren.

Wrabetz: Ich brauche sofort weniger Geld, wenn wir die ganzen Landesstudios endlich zusperren dürften. ORF NÖ zum Beispiel.

Pröll: Sowas sag’ nicht mal im Spaß! Also, was gibt’s denn?

Wrabetz: Wir haben ein Problem!

Pröll: Und mit “wir” meinst du…?

Wrabetz: Der ORF, aber damit auch die GroKo.

Pröll: Und das Problem wäre?

Wrabetz: Die Einschaltquoten für die Sommergespräche sinken.

Pröll: Ja und? Das war doch wohl zu erwarten.

Wrabetz: Schon, aber wenn sie ins Bodenlose sinken, dann verliert der ORF seine Legitimität und es ist nur eine Frage der Zeit, bis er seine öffentlichkeitsbildende Funktion einbüßt.

Pröll: Blöd für dich.

Wrabetz: Auch für dich. Weil was ist das wichtigste am ORF?

Pröll: Das Landesstudio NÖ.

Wrabetz: Eine ausgewogene Berichterstattung. Wir berichten immer fair und ausgewogen über rot und schwarz. Ab und zu erwähnen wir die anderen Parteien auch. Aber wenn der ORF einmal noch unwichtiger wird, wer weiß, was die Privaten machen. Sind die alle in ausreichenden roten und schwarzen Netzwerken eingebettet, um eine faire Berichterstattung zu garantieren? Erinner dich, wie die teilweise den Stronach gepusht haben – erst der ORF hat ihn entzaubert. Jetzt hast du einen ORF als wichtiges Politberichterstattungsmedium, statt einem halben Dutzend Privatsender. Oder noch schlimmer, ein paar Dutzend Youtuber, Twittertanten, Blogger usw. Ob die alle bei den roten Falken oder der Landjugend waren, wage ich zu bezweifeln. Deswegen ist es so wichtig, dass es eine zentrale, öffentlichkeitsbildende Institution gibt, die ausgewogen berichtet.

Pröll: Und die sinkenden Einschaltquoten sind sozusagen der Anfang vom Ende?

Wrabetz: Der ORF verliert ja immer schon Marktanteile. Es wurde und wird alles mögliche unternommen, damit das nur langsam passiert, und jetzt muss wieder was getan werden. Gerade sie Sommergespräche mit den Parteichefs sind ein wichtiger Indikator für das politische Klime, die Vorhaben des nächsten Jahres aber auch für die generelle Unzufriedenheit und das Desinteresse. Bei Strolz und der Stronach-Frau, wie auch immer die geheißen hat, haben noch genug aufgedreht, weil die waren halt neu. Aber Glawischnig und Strache – immer dasselbe. Und wenn dann Bundeskanzler und Vizekanzler kommen, dann interessiert des niemanden mehr, immer die selben Gesichter die immer die selben Worthülsen absondern.

Pröll: Den Strolz haben die Leute angeschaut, weil er neu war? Du, mir kommt da eine Idee…

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